Wie bekommt mein Hund Herzwürmer?
Die Übertragung von Hund zu Hund erfolgt über Mücken. Es sind mittlerweile über 70 Stechmückenarten bekannt, von denen einige bereits in Deutschland nachgewiesen wurden (Bsp Gattung Aedes).
Herzwürmer werden durch Stechmücken der Familie der Culicidae übertragen. Die ersten Larvenstadien des Herzwurms (Mikrofilarien) halten sich im Blut ihrer Endwirte auf und werden von Stechmücken bei einer Blutmahlzeit aufgenommen.
Mittlerweise konnten einige Mückenarten, wie z.B die Tigermücke (Aedes albopictus), aber auch andere Arten (Aedes koreicus, Aedes japonicus) in Deutschland nachgewiesen werden. Sie sind zum Teil bei uns heimisch geworden (https://mueckenatlas.com/ ).
Gerade die warmen Sommer der letzten Jahre begünstigen die Verbreitung der Herzwürmer. Zum einen siedeln sich die Mücken bei uns an, zum anderen können sich die Larven des Herzwurmes in der Mücke optimal entwickeln.
Was bedeutet das für Deutschland? Die Gefahr steigt, dass sich die Dirofilariose (Herzwurmerkrankung) auch in Deutschland ausbreitet und heimisch wird. Dies wäre katastrophal, da dann jeder Hund vorbeugend gegen Herzwürmer behandelt werden müsste. Desweiteren können sich auch die Katze, das Frettchen und sogar der Mensch anstecken.
Die Larve 3 oder infektiöse Larve gelangt über den Stich der Mücke in die Unterhaut des Hundes. Nach 1 bis 2 Wochen entwickelt sie sich zur Larve 4. Diese wandert durch das Gewebe der Unterhaut, Fettgewebe und die Muskulatur des Hundes. Zwei Monate nach der Infektion (Mückenstich) erreichen die jungen Herzwürmer die Blutgefäße. Erst dann treten sie ihr Leben im Gefäßsystem an.
Die erwachsenen Würmer (Makrofilarien) siedeln sich bevorzugt in den Gefäßen der Lunge an (Lungenarterien), die zur rechten Herzhälfte führen. Erst 6 bis 8 Monate nach der Infektion sind die Würmer geschlechtsreif. Dieses bedeutet, dass die Entwicklung von der infektiösen Larve 3 - die durch die Mücke übertragen wurde - bis zur geschlechtsreifen Makrofilarie sehr lange dauert. Dieses erklärt auch, warum die erwachsenen Würmer erst sehr spät in einer Blutuntersuchung nachzuweisen sind.
Weibliche erwachsene Würmer bilden nach ca. 6 Monaten Mikrofilarien („Nachkommen“ der Herzwürmer). Diese wandern in die Unterhaut des Hundes, so dass sie bei einer Blutmahlzeit durch eine Mücke erneut aufgenommen werden. Der Kreislauf schließt sich. Nicht abgetötete Mikrofilarien können bis zu drei Jahre in der Blutbahn des Hundes überleben.